Trauma-Ambulanz
Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung:
Unser Behandlungsangebot richtet sich vor allem an Menschen, die vor kurzem, aber auch vor Jahren oder gegebenenfalls Jahrzehnten ein traumatisches Erlebnis erlitten und sich deswegen verzweifelt, seelisch verändert oder in anderer Weise in ihrer psychischen Gesundheit beeinträchtigt fühlen.
Zu solchen seelischen Traumata zählen existentiell – bedrohliche und/oder seelisch tief erschütternde Erlebnisse wie beispielweise:
- Gewalterfahrungen sexueller und nicht sexueller Art (beispielsweise Überfälle und Vergewaltigungen)
- Schwere Unfälle
- Diagnose einer lebensbedrohlichen oder die Lebensumstände nachhaltig verändernden Erkrankung
- Unmittelbares Erleben der Bedrohung, Verletzung, schweren Erkrankung oder des Todes anderer Personen
- Naturkatastrophen
- Terroranschlag, Entführung, Geiselnahme, Folterung
- Kriegshandlungen und Kriegsgefangenschaft
- Andere, hinsichtlich ihres Schweregrads mit den hier aufgelisteten Ereignissen vergleichbare Traumatisierungen
Posttraumatische Belastungsstörung:
Wir haben uns auf die Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) spezialisiert. Oft wird auch die englische Bezeichnung, nämlich posttraumatic stress disorder (PTSD) verwendet.
Durchschnittlich entwickeln ca. 20% der Personen, die ein signifikantes Trauma erlitten haben, eine Posttraumatische Belastungsstörung, wobei die Häufigkeit dieser Erkrankung von der Art und Schwere des traumatisierenden Ereignisses abhängt. In der Regel tritt die PTBS erst einige Wochen nach dem Trauma auf – kann gelegentlich aber auch früher oder erst einige Jahre später einsetzen.
Folgende Symptome finden sich sehr häufig bei der Posttraumatischen Belastungsstörung:
- Intrusionen /Flashbacks (sich aufdrängende, belastende Gedanken und Erinnerungen an das Trauma, teilweise bildhafte/film-artiger Natur, die mit unterschiedlichen Gefühlsregungen, beispielsweise Trauer, Angst, aber auch Wut und Aggression, verbunden sein können)
- Übererregungssymptome (beispielsweise erhöhte Schreckhaftigkeit und vermehrte Reizbarkeit)
- Vermeidung Trauma-assoziierter Stimuli (Vermeidung an das Trauma zu denken oder darüber zu sprechen oder die damit verbundenen Orte und Personen aufzusuchen)
- Emotionale Taubheit(verminderte Fähigkeit oder gar Unfähigkeit, Gefühle zu empfinden, was sich unter anderem in Interessensverlust und sozialem Rückzug äußert)
- Trauma-bezogene Erinnerungslücken, eine sogenannte partielle Amnesie
- Ein-und Durchschlafstörungen- charakteristischerweise verbunden mit Trauma-assoziierten Alpträumen und nächtlichem Aufschrecken.
Anmeldung und Ablauf der Behandlung:
Nach vorheriger Terminvereinbarung erfolgt im Erstgespräch eine fachärztliche Untersuchung, wobei auch notwendige diagnostische Maßnahmen (z.B. Bestimmung von Hormonwerten) eingeleitet werden.
Auf der Grundlage der diagnostischen Einordnung und der bislang erfolgten Behandlung wird eine individuelle Therapie geplant. Wir behandeln die PTBS mit einer Kombination aus verhaltenstherapeutisch-orientierter Psychotherapie und medikamentöser Behandlung.
Die Verhaltenspsychotherapie wird inhaltlich und vom Umfang her individuell gestaltet und vereinzelt mit Elementen aus anderen Psychotherapieschulen ergänzt, beispielsweise kommen Ansätze der dialektisch-behavioralen Psychotherapie beim Vorherrschen dissoziativer Symptome zum Einsatz. In jedem Fall dient die erste Phase dieser Verhaltenspsychotherapie der Stabilisierung und Beruhigung des/ der Patienten/-in.
Die medikamentöse Behandlung, die häufig, aber nicht immer erforderlich ist, wird ebenfalls individuell und Symptom-orientiert abgestimmt.
Bei besonders schweren Erkrankungsformen ist selbstverständlich auch die Überweisung zur stationären Therapie im Hause möglich.


