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Experte:

Prof. Dr. Frank Weber

 

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Ursachen der Multiplen Sklerose

Trotz intensiver Forschungsanstrengungen, ist die Ursache der Multiplen Sklerose weiterhin unbekannt. Man geht davon aus, dass Erbanlagen und Umweltfaktoren zusammenspielen.

In großen Studien wurde festgestellt, dass eineiige Zwillinge, deren Erbgut gleich ist, zu ca. 30% gemeinsam erkranken. Das Risiko MS zu bekommen ist bei Kindern und Eltern von MS Patienten, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung etwa 10-20fach erhöht, d. h. es beträgt ca. 1-2% gegenüber 0,1% in der Allgemeinbevölkerung.

 

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist weitgehend gesichert, dass die Multiple Sklerose nicht auf eine einzelne Erbanlage zurückzuführen ist. Vielmehr scheinen mehrere Gene die Wahrscheinlichkeit an Multipler Sklerose zu erkranken, zu beeinflussen. Bisher konnten jedoch nur wenige Gene identifiziert werden. Hierzu gehören unter anderem Gene des Haupthistokompatibilitätskomplexes, der beispielweise bei der Transplantatabstoßung eine Rolle spielt. Weiterhin wurden kürzlich Gene in den Rezeptoren zweier Zytokine - im Interleukin 2 Rezeptor und dem Interleukin 7 Rezeptor - identifiziert, die wenn auch gering ebenfalls das Risiko an Multipler Sklerose zu erkranken erhöhen. Letztlich wurden bisher vor allem Gene im Abwehrsystem des Körpers - dem Immunsystem - identifiziert, was die Hypothese unterstützt, dass die Multiple Sklerose eine autoimmunologisch bedingte Erkrankung darstellt, bei der sich das Abwehrsystem gegen die eigenen Nervenzellen richtet.

Es ist jedoch offensichtlich, dass es sich bei der Multiplen Sklerose nicht um eine Erbkrankheit handelt. Es besteht lediglich eine erbliche Veranlagung oder Neigung. Um an Multipler Sklerose zu erkranken, müssen weitere Faktoren hinzukommen. Hierbei könnte es sich um Umweltfaktoren handeln. Das legen Migrationsstudien nahe, bei denen festgestellt wurde, dass Personen, die nach dem 15. Lebensjahr aus Regionen mit  hoher MS-Häufigkeit auswandern, das Risiko an MS zu erkranken mitnehmen. Im Gegensatz dazu gleicht sich das Risiko für Personen, die vor dem 15. Lebensjahr auswandern, dem der Zielregion an. Es bleibt weiterhin unklar, ob die vermuteten Umweltfaktoren individuell den einzelnen Patienten beeinflussen - hier wären z. B. Infektionen, insbesondere viraler Art zu nennen - oder ob die vermuteten Umweltfaktoren auf alle Menschen in einem bestimmten Gebiet einwirken, wie z. B. Klima oder Ernährung.

 

 

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