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Experte:

Prof. Dr. Frank Weber

 

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Wie erfolgt die Behandlung der Multiplen Sklerose?

Die Multiple Sklerose an sich ist nicht heilbar, jedoch sind insbesondere in den letzten Jahren mehrere Medikamente entwickelt worden, die die Häufigkeit der Schübe reduzieren und das Fortschreiten der Behinderung (der Progredienz) verlangsamen können.

Bei der medikamentösen Behandlung der Multiplen Sklerose muss zwischen der Behandlung im akuten Schub und einer Behandlung im Intervall unterschieden werden.

Im akuten Schub hat sich die Gabe von Cortison in hoher Dosis bewährt. So werden beispielsweise 1000 mg Methylprednisolon pro Tag an 3 aufeinanderfolgenden Tagen infundiert. Hierdurch lässt sich häufig ein Rückgang der akut aufgetretenen Beschwerden erreichen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann nach 2 Wochen eine erneute Cortisongabe in höherer Dosierung, z. B. 2000 mg Methylprednisolon i. v. pro Tag über 5 Tage erfolgen. Führt dies auch nicht zu einer Besserung der Symptomatik, ist eine Plasmapherese („Blutwäsche“) zu erwägen.

 

Weitere Medikamente, die zur Stabilisierung des Krankheitsverlaufes, insbesondere zur Verhinderung von Schüben eingesetzt werden, waren früher immunsuppressiv, d.h. sie haben die Reaktionsfähigkeit des körpereigenen Abwehrsystems vermindert. Als Nebenwirkung traten deshalb gehäuft Infektionen auf. Im letzten Jahrzehnt wurden immunmodulatorische Medikamente entwickelt, die zwar zu einer Senkung der Schubhäufigkeit und einer Abmilderung der Schübe dienen aber dabei zu einer geringeren oder gar keiner Infektionsanfälligkeit führen. Diese als sogenannte Basistherapeutika bezeichneten Substanzen sind Interferon ß, Glatirameracetat sowie in besonderen Fällen Immunglobuline. Alle diese Substanzen können die Schubfrequenz um ca. 1/3 senken und die verbleibenden Schübe verlaufen weniger schwer.

 

Wenn ein Patient auf die Therapie mit den genannten Substanzen nicht anspricht, erfolgt eine Therapieeskalation, z. B. mit Natalizumab oder Mitoxantron. Die genannten Medikamente und weitere, die sich zum Teil noch in der Entwicklung befinden, sind dazu da, die Schubfrequenz zu reduzieren und auch die Progredienz der Erkrankung zu verlangsamen. Aktuell befinden sich vor allem Medikamente in Entwicklung, die oral (als Tablette) angewendet werden können bzw. Antikörper, die nur spezielle Untergruppen der weißen Blutkörperchen erkennen und inaktivieren.

 

Eine weitere wichtige Säule der Therapie ist die Krankengymnastik. Mit ihrer Hilfe gelingt es, bestehende Beschwerden zu bessern. So können durch den Einsatz geeigneter krankengymnastischer Verfahren beispielsweise Lähmungen und erhöhte Muskelspannung, die sogenannte Spastik, häufig gut therapiert werden.

Weiterhin steht eine grosse Anzahl von Medikamenten zur Verfügung, die geeignet sind, zwar nicht die Erkrankung an sich, jedoch deren Symptome zu behandeln – wie z.B. unangenehme Gefühls- und Blasenstörungen.

 

 

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