MPG   Logo Psychiatrie

Experte:

PD Dr. Thomas-Christian Wetter

 

wetter_

 

Hilfe finden Sie bei unserer:

linkPfeilAmbulanz für Schlafmedizin

 

Was ist Schlaf?

Schlaf ist für das menschliche Leben von vitaler Bedeutung, dennoch sind die Funktionen und Auswirkungen des Schlafes noch nicht in allen Einzelheiten erforscht. Ein wichtiges Kennzeichen des gesunden Schlafes ist, dass er sehr schnell beendet werden kann. Obwohl ein Schlafender bewusstlos erscheint, kann er, im Gegensatz zu einer Person, die in Narkose oder im Koma liegt, sehr leicht geweckt werden und innerhalb von Sekunden bis Minuten in einen normalen Wachzustand zurückfinden.

 

Auch wenn Schlaf durch eine sehr geringe körperliche Aktivität und eine kaum vorhandene Wahrnehmung der Umwelt gekennzeichnet ist, handelt es sich dennoch um eine aktive, in hohem Maße organisierte Abfolge von Ereignissen und physiologischen Zuständen. Er setzt sich aus zwei deutlich zu unterscheidenden Zustandsformen zusammen: dem Non-REM-Schlaf (non rapid eye movement-Schlaf), also eine Schlafphase ohne schnelle Augenbewegungen und dem REM-Schlaf (rapid eye movement), jener Phase, die durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. Träume finden hauptsächlich im REM-Schlaf statt, aber auch nach Weckungen aus dem Non-REM-Schlaf  werden manchmal Trauminhalte geschildert.

 

Der Non-REM-Schlaf wird weiterhin in die Stadien 1, 2, 3 und 4 unterteilt, die sich in Bezug auf die Amplitude und Geschwindigkeit der vom Schlafenden erzeugten Gehirnwellen unterscheiden. Die Stadien 3 und 4 des Non-REM-Schlafes sind durch die größten und langsamsten Gehirnwellen gekennzeichnet und werden deshalb in dem Ausdruck „slow wave-Schlaf“ (Schlaf mit langsamen Wellen) zusammengefasst. Man hat herausgefunden, dass ein Schlafender aus den Schlafphasen 3 und 4 am schwersten zu erwecken ist, so dass diese Schlafphasen auch als Tiefschlaf bezeichnet werden.

 

In dieser Phase des Non-REM-Schlafes werden große Mengen Wachstumshormon aus der Hirnanhangdrüse, der sog. Hypophyse, ausschüttet. Dies ist Grundlage für die Annahme, dass in der Tiefschlafphase eine Regeneration des Körpers von den ermüdenden Aktivitäten des Wachzustandes stattfindet.

 

Während der REM-Phase reagieren Schlafende sehr unterschiedlich auf Weckreize: Manchmal genügt das geringste Geräusch, um sie zu wecken, ein andermal bedarf es hierfür sehr viel stärkerer Reize. Diese Tatsache lässt vermuten, dass auch im REM-Schlaf eine Phase tiefen Schlafes vorkommt. Während des REM-Schlafes kann man beobachten, wie sich die Augen des Schlafenden unter geschlossenen Augenlidern bewegen. Die Willkürmuskulatur ist mit Ausnahme des Zwerchfelles und der Augenmuskeln gelähmt und die Temperaturregulation teilweise aufgehoben.

 

 

Nächste Frage:

interner Link2. Warum schlafen wir?