Ergotherapie
Die Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen dabei, eine durch Krankheit oder Behinderung verloren gegangene bzw. eingeschränkte Handlungsfähigkeit im Alltags- und Berufsleben wieder herzustellen. Das übergeordnete Ziel der Ergotherapie ist das Erreichen der größtmöglichen Selbstständigkeit in den drei Lebensbereichen Selbstversorgung, Beruf und Freizeitgestaltung.
In der Ergotherapie stehen nicht einzelne Krankheitssymptome im Vordergrund, sondern es interessiert, welche Aktivitäten der Mensch auf Grund seiner Erkrankung nicht mehr oder nur unbefriedigend ausführen kann und welche Unterstützung er braucht, um diese Bereiche zu verbessern.
Die ergotherapeutischen Angebote am Max-Planck-Institut umfassen die folgenden Bereiche:
- Arbeitstherapie
- Handwerklich-kreativer Bereich
- Kunsttherapie
- Kognitive Gruppe
- Lebenspraktisch orientierter Bereich (ADL)
Die ergotherapeutischen Maßnahmen stehen stationären und teilstationären Patienten zur Verfügung und werden im Weiteren näher erläutert.
Arbeitstherapie:
Zielgruppe sind Patienten, die aufgrund einer psychischen und /oder neurologischen Erkrankung in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sind, so dass sie einer beruflichen Tätigkeit nicht oder nur eingeschränkt nachgehen können. Die Arbeitstherapie ermittelt die Arbeitsfähigkeit und vermittelt Probleme in der Handlungsausführung um realistische berufliche Perspektiven für den Patienten zu eröffnen.
Die therapeutischen Ziele sind die Verbesserung oder Wiederherstellung folgender Bereiche:
- Grundarbeitsfähigkeiten wie Pünktlichkeit, Ausdauer, Arbeitstempo, Tages- und Zeitstrukturierung
- Kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Auffassung, Lernfähigkeit
- Soziale Fähigkeiten wie Kontakt-, Durchsetzungs- und Anpassungsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Teamarbeit
- Affektive Leistungen, z.B. Selbstvertrauen, Entscheidungsfähigkeit, Gefühlsausdruck, Antrieb, Erlebnisfähigkeit, Selbstwahrnehmung, Selbsteinschätzung
- Motorische Fähigkeiten wie Geschicklichkeit zur Wiedergewinnung der berufs- und arbeitsspezifischen Fähigkeiten, körperliche Belastbarkeit und Feinmotorik
- Berufspezifische Kompetenzen, z.B. handwerklich-technisches Verständnis, Problemlösen, Arbeitsplanung, Koordination
Zu den Tätigkeitsbereichen der Arbeitstherapie gehören:
- Computerarbeiten und Bürotraining
- Buchbinde- und Papparbeiten
- Übungs- und Förderprogramme zum Training der kognitiven Fähigkeiten
Handwerklich-kreativer Bereich
Diese therapeutischen Angebote verfolgen die Ziele:
- Aktivierung
- Ablenkung von belastenden Gefühlen und Erlebnissen
- Entdecken, Entwickeln und Verbessern eigener kreativer Fähigkeiten bei Arbeiten mit Ton, Holz, Stein, Bildnerischen Techniken, Seide und Peddigrohr
- Förderung der Grundarbeitsfähigkeiten, wie Konzentration, Ausdauer, Auffassung
- Förderung sozialer Kontakte
- Verbesserung der Wahrnehmung und Selbsteinschätzung
- Erlangen von psychischer Stabilität und Selbstvertrauen
Kunsttherapie
Die Intention der Kunsttherapie ist die Förderung des eigenen, bildnerischen Ausdrucks, frei von ästhetischen Ansprüchen und Normen.
Kognitive Gruppe
Ziel dieses Angebots ist die Förderung von Konzentration und Merkfähigkeit.
Lebenspraktisch orientierter Bereich (ADL)
In diesem Bereich steht das Training von Alltagsaktivitäten in Hinblick auf die individuelle häusliche Versorgung, speziell bei neurologischen Erkrankungen, im Vordergrund. Die Patienten werden bezüglich geeigneter Hilfsmittel beraten.


