MPG   Logo Psychiatrie

Aktuelle Pressemitteilung:

25.03.2014
Monika Zaba erhält Nachwuchspreis der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie
Veranstaltungen:

29.04.2014 17:00
Connectomics: The dense reconstruction of neuronal circuits
Dr. Moritz Helmstaedter, Structure of Neocortical Circuits Group
Seminarvortrag
Probanden gesucht:

20.08.2012 08:00
Gesunde, männliche Probanden im Alter von 20-30 Jahren gesucht
11.09.2013 08:00
MS-Patienten zwischen 18-60 Jahren gesucht

 

Geschichte des Institutes

1912

Auf Anregung des Deutschen Vereins für Psychiatrie fasst Emil Kraepelin erste Überlegungen zur Gründung eines "Forschungsinstituts für Psychiatrie".

1916

James Loeb, amerikanischer Bankier, Privatgelehrter und Wissenschaftsmäzen jüdisch-deutscher Abstammung, stiftet im Januar die ersten 500.000 Reichsmark für das zukünftige Institut. Durch Vertrag mit der Stadt München reserviert Kraepelin ein Grundstück nördlich des neu errichteten Städtischen Krankenhauses Schwabing für eine psychiatrische Forschungsanstalt.

loeb

1917

Nach Zusage weiterer Mittel durch Wissenschaftsmäzene, u.a. durch Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, errichtet der bayerische König Ludwig III. am 13. Februar die öffentliche Stiftung "Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie in München" (DFA). Mangels eigener Räume wird das Institut zunächst in der Münchner Universitäts-Nervenklinik (Nußbaumstraße) untergebracht. Beginn der wissenschaftlichen Tätigkeit mit folgenden Abteilungen: Histopathologie I (Franz Nissl), Histopathologie II (Walther Spielmeyer), Histotopographie (Korbinian Brodmann), Psychiatrische Erblichkeitsforschung (Ernst Rüdin) und Experimentelle Psychologie (Emil Kraepelin und Johannes Lange).

1919 Nach dem Tod von Nissl und Brodmann Schließung der Abteilungen Histopathologie I und Histotopographie.
1922 Im Oktober Eröffnung einer Klinischen Abteilung im Städtischen Krankenhaus München-Schwabing, zunächst als "psychiatrische Aufnahmestation für weibliche Kranke". Die Klinik wird bis in die 1930er Jahre auf ca. 120 Betten erweitert. Weitere Zustiftungen Loebs und seiner Verwandten sichern die wirtschaftliche Existenz der DFA bis zum Anfang der 1930er Jahre als privat finanziertes Forschungsinstitut.

1924

Angliederung der DFA an die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (KWG) durch Beschluss des Senats der KWG und des Stiftungsrates der DFA vom 18. März. Das Institut trägt nunmehr die Bezeichnung "Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie (Kaiser-Wilhelm-Institut)".

1926

Die Rockefeller-Foundation bewilligt 325.000 $ zur Finanzierung eines eigenen Institutsgebäudes, das der Architekt Carl Sattler nach den Vorgaben Kraepelins auf dem dafür vorgesehenen Grundstück nördlich des Städtischen Krankenhauses München-Schwabing errichtet. Nach dem Tod Kraepelins am 7. Oktober übernimmt der Neuropathologe Walther Spielmeyer die Geschäftsführung des Instituts.

1928

Im Juni Einweihung des neuen Institutsgebäudes an der Kraepelinstraße 2. Aus diesem Anlass wird erstmals die linkPfeilGoldene Kraepelin-Medaille an Oskar Vogt als besondere Auszeichnung für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Psychiatrie verliehen. Unter den Abteilungsleitern Walther Spielmeyer (Neuropathologie), Felix Plaut (Serologie), Ernst Rüdin (Genealogie und Demographie), Kurt Schneider (Klinik) und Franz Jahnel (Spirochätenforschung) erlangt die DFA Weltgeltung als eines der führenden psychiatrischen Forschungsinstitute.

kraepel_haus

1931

Ernst Rüdin übernimmt am 1. April als geschäftsführender Direktor die Leitung der DFA.

1935

Nach dem Tod Walther Spielmeyers am 6. Februar leitet Willibald Scholz die Neuropathologische Abteilung. Felix Plaut (Leiter der Abteilung Serologie) und Kurt Neubürger (Leiter der zum Institut gehörenden Prosektur im Psychiatrischen Krankenhaus Eglfing-Haar) werden aufgrund ihrer jüdischen Abstammung entlassen. Rüdins psychiatrisch-populationsgenetische Arbeitsrichtung sowie sein rassenhygienisches Programm und seine Funktionen im staatlichen Gesundheitswesen des Nationalsozialismus bestimmen zunehmend die Tätigkeit des Instituts.

1939

Während des Zweiten Weltkriegs wird einerseits die Forschungstätigkeit stark behindert, andererseits erfolgt eine Beteiligung an "kriegswichtigen" Projekten. In der neuropathologischen Abteilung bzw. in der Prosektur werden Gehirne von Opfern der "T4-Aktion" untersucht.

1945

Das Institutsgebäude ist durch die Kriegseinwirkungen erheblich beschädigt; Forschungsarbeiten sind bis Mitte der 1950er Jahre nur in sehr geringem Umfang möglich. Willibald Scholz übernimmt die Geschäftsführung.

1946 Die Klinik im Krankenhaus Schwabing wird von der US-Militärregierung in Bayern als Truppenlazarett genutzt und steht dem Institut nicht mehr zur Verfügung, weshalb der bisherige Abteilungsleiter Kurt Schneider einem Ruf nach Heidelberg folgt.

1954

Durch Senatsbeschluss vom 28. März Aufnahme der DFA in die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) als Nachfolgeinstitution der KWG unter Aufrechterhaltung der Stiftung von 1917. Die DFA wird organisatorisch in ein Hirnpathologisches Institut (Willibald Scholz) und ein Klinisches Institut (Werner Wagner) gegliedert. Zu letzterem gehören die unselbständigen Abteilungen für Genealogie und Demographie (Bruno Schulz) sowie für Biochemie (Horst Jatzkewitz), zum Hirnpathologischen Institut die unselbständigen Abteilungen Serologie und Mikrobiologie (Gerd Poetschke) sowie die Prosektur (Hans Schleussing). Es folgt die Neugründung einer Abteilung für Zellchemie unter der Leitung von Feodor Lynen. Das Institut trägt nunmehr die Bezeichnung "Max-Planck-Institut für Psychiatrie (Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie)".

1956 Umwandlung der Abteilung Lynen in ein selbständiges Max-Planck-Institut für Zellchemie, das 1973 in das neu gegründete MPI für Biochemie in Martinsried integriert wird.
1961 Klaus Conrad, bereits berufener Direktor der Klinischen Abteilung, verstirbt vor Aufnahme seiner Tätigkeit. Gerd Peters übernimmt als Nachfolger von Willibald Scholz die Neuropathologische Abteilung. Aufbau einer Abteilung für Experimentelle Verhaltensforschung unter Detlev Ploog.
1962 Aufbau einer Abteilung für Neuropharmakologie durch Albert Herz, einer Abteilung für Experimentelle Neurophysiologie durch Otto Creutzfeldt und einer Abteilung für Vergleichende Neurophysiologie durch Dietrich Schneider. Das Institut wird organisatorisch in ein Klinisches und ein Theoretisches Teilinstitut gegliedert. Schließung der institutseigenen Prosektur im Bezirkskrankenhaus Haar.
1964 Detlev Ploog übernimmt zusätzlich zur Verhaltensforschung das Klinische Institut, Johannes C. Brengelmann die Psychologische Abteilung. Dietrich Schneider wechselt als Nachfolger von Erich von Holst an das MPI für Verhaltensforschung nach Seewiesen.
1965 Einrichtung einer selbständigen Forschungsstelle der MPG für Psychopathologie und Psychotherapie unter der Leitung von Paul Matussek.

1966

Eröffnung der neuen Forschungsklinik am 29. März in der Kraepelinstraße 10 unter der Direktion von Detlev Ploog. Detlev von Zerssen leitet die Erwachsenenpsychiatrie, Wilhelm Feuerlein die Poliklinik. Direktor des Gesamtinstituts, des Theoretischen Teilinstituts und der Neuropathologischen Abteilung ist Gerd Peters. Das Forschungsinteresse wird auf alle wesentlichen Gebiete der Psychiatrie und der nahe stehenden Grundlagenwissenschaften ausgedehnt.

1971 Gerd Peters übergibt die Geschäftsführung des Gesamtinstituts an Detlev Ploog. Otto Creutzfeldt wechselt an das MPI für biophysikalische Chemie nach Göttingen als Direktor der dortigen Abteilung für Neurobiologie.
1974 Albert Herz übernimmt die Leitung des Theoretischen Teilinstituts nach der Emeritierung von Gerd Peters. Dieter Lux wird zum Leiter der Neurophysiologischen Abteilung berufen.
1977 Hans Thoenen leitet als Nachfolger von Horst Jatzekewitz die Abteilung Neurochemie.
1978 Georg W. Kreutzberg leitet die Abteilung Neuromorphologie am Theoretischen Teilinstitut.
1981 Hans Thoenen übernimmt die Leitung des Theoretischen Teilinstituts.

1984

Am 3. April Eröffnung des Gebäudes für das Theoretische Teilinstitut in Martinsried in unmittelbarer Nachbarschaft zum Max-Planck-Institut für Biochemie. Dorthin werden die Abteilungen für Neurochemie (Hans Thoenen), Neuromorphologie (Georg W. Kreutzberg), Neuropharmakologie (Albert Herz) und Neurophysiologie (Dieter Lux) verlagert. Die Klinische Abteilung, die Verhaltensforschung und die Psychologische Abteilung verbleiben in der Kraepelinstraße. Schließung der selbständigen Forschungsstelle für Psychopathologie und Psychotherapie nach der Emeritierung von Paul Matussek.

1988 Hartmut Wekerle leitet die am Theoretischen Teilinstitut neu errichtete Abteilung für Neuroimmunologie.

1989

Florian Holsboer übernimmt nach der Emeritierung von Detlev Ploog die Leitung des Klinischen Instituts. Die Institutsgebäude in der Kraepelinstraße werden saniert und durch einen neuen Labortrakt erweitert. Depression und Angsterkrankungen bilden den Schwerpunkt des Forschungsinteresses.

1994

Eröffnung des neuen Forschungs- und Hörsaaltrakts, Abschluß der Sanierung der Klinik und des Kraepelinbaus.

1998

Verselbständigung des bisherigen Theoretischen Teilinstituts in ein eigenes Max-Planck-Institut für Neurobiologie. Seitdem führt nur mehr das frühere Klinische Teilinstitut den Namen "Max-Planck-Institut für Psychiatrie".