Geschichte des Institutes
|
1912 |
Auf Anregung des Deutschen Vereins für Psychiatrie fasst Emil Kraepelin erste Überlegungen zur Gründung eines "Forschungsinstituts für Psychiatrie". |
|
|
1916 |
James Loeb, amerikanischer Bankier, Privatgelehrter und Wissenschaftsmäzen jüdisch-deutscher Abstammung, stiftet im Januar die ersten 500.000 Reichsmark für das zukünftige Institut. Durch Vertrag mit der Stadt München reserviert Kraepelin ein Grundstück nördlich des neu errichteten Städtischen Krankenhauses Schwabing für eine psychiatrische Forschungsanstalt. |
![]() |
|
1917 |
Nach Zusage weiterer Mittel durch Wissenschaftsmäzene, u.a. durch Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, errichtet der bayerische König Ludwig III. am 13. Februar die öffentliche Stiftung "Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie in München" (DFA). Mangels eigener Räume wird das Institut zunächst in der Münchner Universitäts-Nervenklinik (Nußbaumstraße) untergebracht. Beginn der wissenschaftlichen Tätigkeit mit folgenden Abteilungen: Histopathologie I (Franz Nissl), Histopathologie II (Walther Spielmeyer), Histotopographie (Korbinian Brodman), Psychiatrische Erblichkeitsforschung (Ernst Rüdin) und Experimentelle Psychologie (Emil Kraepelin und Johannes Lange). |
|
| 1919 | Nach dem Tod von Nissl und Brodman Schließung der Abteilungen Histopathologie I und Histotopographie. | |
| 1922 | Im Oktober Eröffnung einer Klinischen Abteilung im Städtischen Krankenhaus München-Schwabing, zunächst als "psychiatrische Aufnahmestation für weibliche Kranke". Die Klinik wird bis in die 1930er Jahre auf ca. 120 Betten erweitert. Weitere Zustiftungen Loebs und seiner Verwandten sichern die wirtschaftliche Existenz der DFA bis zum Anfang der 1930er Jahre als privat finanziertes Forschungsinstitut. | |
|
1924 |
Angliederung der DFA an die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (KWG) durch Beschluss des Senats der KWG und des Stiftungsrates der DFA vom 18. März. Das Institut trägt nunmehr die Bezeichnung "Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie (Kaiser-Wilhelm-Institut)". |
|
|
1926 |
Die Rockefeller-Foundation bewilligt 325.000 $ zur Finanzierung eines eigenen Institutsgebäudes, das der Architekt Carl Sattler nach den Vorgaben Kraepelins auf dem dafür vorgesehenen Grundstück nördlich des Städtischen Krankenhauses München-Schwabing errichtet. Nach dem Tod Kraepelins am 7. Oktober übernimmt der Neuropathologe Walther Spielmeyer die Geschäftsführung des Instituts. |
|
|
1928 |
Im Juni Einweihung des neuen Institutsgebäudes an der Kraepelinstraße 2. Aus diesem Anlass wird erstmals die |
|
|
1931 |
Ernst Rüdin übernimmt am 1. April als geschäftsführender Direktor die Leitung der DFA. |
|
|
1935 |
Nach dem Tod Walther Spielmeyers am 6. Februar leitet Willibald Scholz die Neuropathologische Abteilung. Felix Plaut (Leiter der Abteilung Serologie) und Kurt Neubürger (Leiter der zum Institut gehörenden Prosektur im Psychiatrischen Krankenhaus Eglfing-Haar) werden aufgrund ihrer jüdischen Abstammung entlassen. Rüdins psychiatrisch-populationsgenetische Arbeitsrichtung sowie sein rassenhygienisches Programm und seine Funktionen im staatlichen Gesundheitswesen des Nationalsozialismus bestimmen zunehmend die Tätigkeit des Instituts. |
|
|
1939 |
Während des Zweiten Weltkriegs wird einerseits die Forschungstätigkeit stark behindert, andererseits erfolgt eine Beteiligung an "kriegswichtigen" Projekten. In der neuropathologischen Abteilung bzw. in der Prosektur werden Gehirne von Opfern der "T4-Aktion" untersucht. |
|
|
1945 |
Das Institutsgebäude ist durch die Kriegseinwirkungen erheblich beschädigt; Forschungsarbeiten sind bis Mitte der 1950er Jahre nur in sehr geringem Umfang möglich. Willibald Scholz übernimmt die Geschäftsführung. |
|
| 1946 | Die Klinik im Krankenhaus Schwabing wird von der US-Militärregierung in Bayern als Truppenlazarett genutzt und steht dem Institut nicht mehr zur Verfügung, weshalb der bisherige Abteilungsleiter Kurt Schneider einem Ruf nach Heidelberg folgt. | |
|
1954 |
Durch Senatsbeschluss vom 28. März Aufnahme der DFA in die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) als Nachfolgeinstitution der KWG unter Aufrechterhaltung der Stiftung von 1917. Die DFA wird organisatorisch in ein Hirnpathologisches Institut (Willibald Scholz) und ein Klinisches Institut (Werner Wagner) gegliedert. Zu letzterem gehören die unselbständigen Abteilungen für Genealogie und Demographie (Bruno Schulz) sowie für Biochemie (Horst Jatzkewitz), zum Hirnpathologischen Institut die unselbständigen Abteilungen Serologie und Mikrobiologie (Gerd Poetschke) sowie die Prosektur (Hans Schleussing). Es folgt die Neugründung einer Abteilung für Zellchemie unter der Leitung von Feodor Lynen. Das Institut trägt nunmehr die Bezeichnung "Max-Planck-Institut für Psychiatrie (Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie)". |
|
| 1956 | Umwandlung der Abteilung Lynen in ein selbständiges Max-Planck-Institut für Zellchemie, das 1973 in das neu gegründete MPI für Biochemie in Martinsried integriert wird. | |
| 1961 | Klaus Conrad, bereits berufener Direktor der Klinischen Abteilung, verstirbt vor Aufnahme seiner Tätigkeit. Gerd Peters übernimmt als Nachfolger von Willibald Scholz die Neuropathologische Abteilung. Aufbau einer Abteilung für Experimentelle Verhaltensforschung unter Detlev Ploog. | |
| 1962 | Aufbau einer Abteilung für Neuropharmakologie durch Albert Herz, einer Abteilung für Experimentelle Neurophysiologie durch Otto Creutzfeld und einer Abteilung für Vergleichende Neurophysiologie durch Dietrich Schneider. Das Institut wird organisatorisch in ein Klinisches und ein Theoretisches Teilinstitut gegliedert. Schließung der institutseigenen Prosektur im Bezirkskrankenhaus Haar. | |
| 1964 | Detlev Ploog übernimmt zusätzlich zur Verhaltensforschung das Klinische Institut, Johannes C. Brengelmann die Psychologische Abteilung. Dietrich Schneider wechselt als Nachfolger von Erich von Holst an das MPI für Verhaltensforschung nach Seewiesen. | |
| 1965 | Einrichtung einer selbständigen Forschungsstelle der MPG für Psychopathologie und Psychotherapie unter der Leitung von Paul Matussek. | |
|
1966 |
Eröffnung der neuen Forschungsklinik am 29. März in der Kraepelinstraße 10 unter der Direktion von Detlev Ploog. Detlev von Zerssen leitet die Erwachsenenpsychiatrie, Wilhelm Feuerlein die Poliklinik. Direktor des Gesamtinstituts, des Theoretischen Teilinstituts und der Neuropathologischen Abteilung ist Gerd Peters. Das Forschungsinteresse wird auf alle wesentlichen Gebiete der Psychiatrie und der nahe stehenden Grundlagenwissenschaften ausgedehnt. |
|
| 1971 | Gerd Peters übergibt die Geschäftsführung des Gesamtinstituts an Detlev Ploog. Otto Creutzfeld wechselt an das MPI für biophysikalische Chemie nach Göttingen als Direktor der dortigen Abteilung für Neurobiologie. | |
| 1974 | Albert Herz übernimmt die Leitung des Theoretischen Teilinstituts nach der Emeritierung von Gerd Peters. Dieter Lux wird zum Leiter der Neurophysiologischen Abteilung berufen. | |
| 1977 | Hans Thoenen leitet als Nachfolger von Horst Jatzekewitz die Abteilung Neurochemie. | |
| 1978 | Georg W. Kreutzberg leitet die Abteilung Neuromorphologie am Theoretischen Teilinstitut. | |
| 1981 | Hans Thoenen übernimmt die Leitung des Theoretischen Teilinstituts. | |
|
1984 |
Am 3. April Eröffnung des Gebäudes für das Theoretische Teilinstitut in Martinsried in unmittelbarer Nachbarschaft zum Max-Planck-Institut für Biochemie. Dorthin werden die Abteilungen für Neurochemie (Hans Thoenen), Neuromorphologie (Georg W. Kreutzberg), Neuropharmakologie (Albert Herz) und Neurophysiologie (Dieter Lux) verlagert. Die Klinische Abteilung, die Verhaltensforschung und die Psychologische Abteilung verbleiben in der Kraepelinstraße. Schließung der selbständigen Forschungsstelle für Psychopathologie und Psychotherapie nach der Emeritierung von Paul Matussek. |
|
| 1988 | Hartmut Wekerle leitet die am Theoretischen Teilinstitut neu errichtete Abteilung für Neuroimmunologie. | |
|
1989 |
Florian Holsboer übernimmt nach der Emeritierung von Detlev Ploog die Leitung des Klinischen Instituts. Die Institutsgebäude in der Kraepelinstraße werden saniert und durch einen neuen Labortrakt erweitert. Depression und Angsterkrankungen bilden den Schwerpunkt des Forschungsinteresses. |
|
|
1994 |
Eröffnung des neuen Forschungs- und Hörsaaltrakts, Abschluß der Sanierung der Klinik und des Kraepelinbaus. |
|
|
1998 |
Verselbständigung des bisherigen Theoretischen Teilinstituts in ein eigenes |
|




