Pressemitteilung:
08.11.2009
Gene lernen aus Stress
Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie entdecken, wie schwerer psychischer Stress die Anlagerung einfacher chemischer Markierungen, sogenannter Methylgruppen, an unsere Erbsubstanz bewirkt und die Aktivität von Genen dauerhaft verändert. Dies gelang mit Hilfe von Mäusen, die nach der Geburt kurze Zeit vom Muttertier getrennt wurden und als Folge lebenslang erhöhte Stresshormone und verminderte Stresstoleranz zeigten. Beides sind bei entsprechender Veranlagung Wegbereiter für schwere Depressionen. Die Entschlüsselung dieser Gedächtnisbildung ist Gegenstand der Epigenetik, einer Forschungsrichtung, die zum Verständnis der Wechselwirkung von Genen und Umwelt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Wissenschaftler hoffen, auf diesem Weg neue, auf das Individuum zugeschnittene, Therapien zu entwickeln..